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Unser Jahr 2023

Aktualisiert: 19. Dez. 2023

Wenn wir uns über unser zurückliegendes Jahr 2023 Gedanken machen, dann können wir gar nicht anders, als das Ende des Jahres 2022 einzubeziehen; das war das Jahr, in dem wir final entschieden haben, Deutschland zu verlassen und nach Zypern zu ziehen.


Und geprägt war dann auch der Jahreswechsel von dieser Entscheidung.


Was durfte nicht alles erledigt werden…. Möbel und Dinge durften verkauft, verschenkt oder entsorgt werden.

Wobei der Teil der Entsorgung uns die größte Aufgabe schien, denn immerhin haben wir auf unserem 90m2 großen Dachgeschoß und den 60 m2 großen Kellern, so einiges angesammelt…. Dinge, die ich (Patrick) UNBEDINGT aufheben möchte, weil „Man ja nie weiß, wozu die nochmal gebraucht werden“…


Oder meine liebe Traumfrau, die KISTENWEISE Erinnerungen angehäuft hat.


Und ja, diese beiden Bereiche aufzulösen, war durchaus eine Aufgabe.


Spoiler: Wir haben sie gemeistert.


Keine Sorge, das hier wird jetzt kein „Aufräumratgeber“ und dennoch…. Denk mal drauf rum: Alles was du seit einem Jahr nicht mehr angefasst hast…. Brauchst du es wirklich?


Kofferraumweise haben wir Dinge zur Deponie gefahren.


Und am Ende des Tages passte unser gesamtes Hab und Gut auf zwei Paletten, in einen Kofferraum und ein (zugegebenermaßen unwirklich) großes Jetbag.


Doch dazu später.


Januar und Februar standen ganz im Zeichen des Sortieren, entsorgen und verkaufen.


Dann durfte ich im März auf große Reise gehen: ich flog nach Orlando, um bei Richard Bandler die Lizenz zum Trainer für NLP zu bestehen.

Was für ein Erlebnis:


Viel hatte ich von diesem großen Mann gehört und etliches auf Video gesehen.

Ihn zu erleben, von ihm und John lernen zu dürfen, hat meine Erwartungen um Potenzen überstiegen.

Es war ein auf und nieder der Gefühle. Es gab einen Moment an dem ich soweit war, einfach in den nächsten Flieger zu steigen, nach Hause zu fliegen und mich am nächsten Morgen beim REWE an die Kasse zu setzen und meine Karriere als Coach und Trainer zu beenden, bevor sie wirklich angefangen hatte…


Heute weiß ich sehr genau, wozu dieses Training und diese Gefühle nützlich waren.


Ich wäre halt auch nicht ich, wenn ich nicht einfach beendet hätte, was ich begonnen habe.


Und so darf ich mich seit März „International lizensed Trainer of NLP“ nennen.


Wieder zu Hause angekommen, lief der Alltag nach kurzer Jetlagüberwindungszeit unbeirrt weiter.


Coachings, Trainings, Onlineseminare, Vorbereitungen für meinen ersten Practitioner.


Ach ja und:


Auswandern; da war ja noch was.


Routen durften geplant werden (an dieser Stelle möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass die Reise ohne die präzise und großartige Planung meiner Traumfrau UNVORSTELLBAR gewesen wäre).

Airbnbs und eine Fähre durften gebucht werden…. Und so weiter und so fort.


Und nebenbei ja noch für den  Prac Räume finden, Werbung gestalten, Teilnehmer finden…


Und natürlich: WEITER AUSMISTEN.


Zwischendurch noch spannende Erkenntnisse sammeln: „Wie?!? Die Fähre erlaubt seit diesem Jahr keinen Anhänger mehr…. (Ich hatte extra einen gekauft und eine Anhängerkupplung, weil wir eben nicht geplant hatten, unserer Dinge per Palette zu verschiffen)

Oder: WAS? Auf der Fähre gibt es keine Box mehr für unseren (nicht wirklich kleinen) Hund


Also alles zurück auf Anfang (zumindest was den Versand unserer Dinge anging)


Spedition finden, Preise vergleichen, Angebote einholen.


Alles 1000 kleine Dinge, die erledigt werden durften, damit auch am Ende Alles so funktioniert, wie wir uns das vorstellen.



Und wie immer haben wir Lösungen gefunden.


Ein Spediteur auf Zypern hatte ein Angebot, mit dem wir mehr als nur gut leben konnten, der Anhänger fand alsbald einen neuen Liebhaber und der Hund wurde erstmals zum Urlaub bei den Schwiegereltern angemeldet.


Und schon war es Juli. Das Haus haben wir zum 31.07. gekündigt.


Der ursprüngliche Plan, hier auf Zypern erstmal für 2 Monate in ein AIRbnb zu gehen wurde von den zypriotischen Preisvorstellungen nicht nur torpediert, sondern vaporisiert (konnte ja niemand ahnen, dass in der Hauptsaison kurzfristige Mieten exorbitant teuer sind…. Oder vielleicht doch. WIR jedenfalls nicht)


Spannend. Wir hatten also kein Haus mehr in Deutschland und noch keines auf Zypern.


Hmm.


Na gut, dann finden wir uns jetzt einen Makler und mieten eben gleich für ein Jahr was.


Loukas war der Mann der Wahl; gefunden auf Facebook.


Ein netter Mensch, der NIE mehr als 4 Minuten Zeit hat.


Machte uns dann ein paar Angebote, von denen uns eines sehr zusagte, zumindest von den Bildern.



Es wäre auch sehr schön gewesen, leider war das Haus auf den Bildern nicht dasjenige welches tatsächlich zur Vermietung stand.


Auch in der nächste Nachricht wurde uns wieder ein anderes Haus gezeigt…. Alles irgendwie ähnlich, und doch in Details anders. Mal war der Pool auf der anderen Seite, mal gab es eine Outdoorküche, mal nicht.


Am Ende stellte sich heraus, dass es hier 5(!)baugleiche Villen gibt. Alle eben nur ein wenig anders.


Für Loukas macht es eben keinen Unterschied, welches er jetzt zeigt, von innen sind alle gleich.

(Das ist übrigens eine der zypriotischen Eigenschaften, mit denen wir zu leben lernen durften.)


Onlinebesichtigungen, die eigentliche eine Epilepsiewarnung hätten einhalten müssen, Mietverträge per Whatsapp mit einem Vermieter, der auf Zypern lebt, aber eine südafrikanische Handynummer hat, Überweisung von mittleren 4 stelligen Summe, da Mieten hier gerne mal Monate  im voraus gezahlt werden…und so weiter.


Alles so Momente, wo es eine gute Idee war, den deutschen Anteil in mir (dessen Existenz mir in diesem Umfang gar nicht bewusst war) mit einem Cocktail in den Park zu schicken und einfach mal zu vertrauen.



Wird schon gut gehen.



Jetzt hatten wir zumindest ein Haus.

Und kurz haben wir die Räume auch gesehen.



Weiter zur Durchführung des Practitioners.

Es war geradezu zauberhaft und wundervoll, die Veränderung in unseren Teilnehmern zu sehen, zu begleiten und erleben zu dürfen.



Euer Anker ziert unseren Esstisch seit dem Tag unserer Ankunft.



Am 27.07 war der Practitioner beendet und am 30.07. ging es nach Friedrichsdorf zu Antonias Eltern. Vorher noch schnell das Haus übergeben. (An dieser Stelle ist es mir ein inneres Bedürfnis, unserem Vermieter Christoph für die letzten 10 Jahre aus tiefstem Herzen zu danken. Einen Vermieter wie dich hatte ich noch nie!)


Bei Antonias Eltern angekommen wurde es für uns langsam real, dass wir in 48 Stunden diese Land verlassen werden, um in der Ferne ein neues Leben zu beginnen.


Un ja, es wurden am Samstag bei der Abschiedsfeier und am Sonntag morgen bei der Abfahrt auch ein paar Tränen verdrückt.


So gut wir am Ende auch vorbereitet waren, es bleibt immer ein kleiner Teil übrig, den wir nicht planen konnten.


Die Reisebeschreibung werde ich in einem anderen Beitrag veröffentlichen, wenn ihr das möchtet.



6 Tage später kamen wir auf Zypern an.


Wir waren auf vieles vorbereitet. Aber nicht auf die Menschen hier.

Das fing schon an, als wir die Fähre verlassen haben.


Wir waren eines der ersten Autos, die auf die Fähre fuhren folglich als eines der letzten Autos, die die Fähre verlassen haben.


Eingestellt auf ein bis zwei Stunden Wartezeit mindestens, bis alle erforderlichen Formalitäten erledigt waren, warteten wir in guter deutscher Tradition in der Schlange, bis die Reihe an uns war.


Jetzt allerdings hatten wir die Rechnung ohne die Zyprioten gemacht:


Ein breiter, grimmig dreinschauender vollbärtiger Mann näherte sich, mit eher finsterer Miene, Antonias Auto.



Sprach sie ziemlich barsch an; zunächst auf griechisch… ohne Erfolg, dann deutlich lauter auf so etwas ähnlichem wie englisch.


Die Nachricht für meine Traumfrau war sinngemäß:


„Wie kannst du es wagen, dich mit deinen Kindern, und eines auch noch im Rollstuhl, hier in die pralle Sonne zu stellen?!?!?


Fahr jetzt SOFORT an der Schlange vorbei und melde dich ganz vorne!“


Antonia rief ihm noch verzweifelt hinterher: But my husband is in the other car in the next row.


Der Blick der mich traf, war einen Mischung aus Verachtung und Vernichtung. Eine deutliche Geste in meine Richtung und los ging es dann auch für mich in Richtung zypriotischer Grenze.

Dort wurden wir dann VIP behandelt und waren knapp 20 Minuten später auf dem Territorium der freien Republik Zypern angekommen.


Von hier an lief einfach ALLES wie am Schnürchen.


Das Haus war kein Betrugsversuch, es ist alles genau so, wie wir es besprochen haben, unseren Vermieter gibt es auch, ein reizender sehr distinguierter mit 40iger; der Pool wurde von den Kindern instantan in Beschlag belegt.


Kaum 14 Tage später trafen die Paletten ein, alles ohne Bruch und zu unserer vollsten Zufriedenheit und den Hund haben wir auch Mitte August dann nachgeholt.


Und hier leben und arbeiten wir nun. Freunde und Familie besuchen uns und wir werden immer mehr Teil des zypriotischen Lebens.


Gerade sitze ich bei 24 Grad und einer leichten Brise am 18.12. und schreibe diesen Blog.


Die bevorstehende Weihnachtszeit erinnert uns wohlig an unsere Traditionen, die wir als Familie aus Deutschland mitgebracht haben. Gleichzeitig verändern wir manche Dinge aufgrund der Gegebenheiten (ein echter Weihnachtsbaum kostet hier um die 400 Euro und darauf hatten wir wirklich keine Lust, also wurde es ein wunderschöner künstlicher)


Unsere Nachbarn sind ganz großartig; den ein oder anderen Abend haben wir schon miteinander verbracht und es werden noch vielen Folgen.


Jetzt werde ich mal schauen, was meine Traumfrau drinnen so treibt und freue mich, dass du bis hierhin gelesen hast:-)


Es sollte ein Blogeintrag werden… das ist wohl etwas außer Kontrolle geraten.



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