What’s best about the past? It’s over. (Richard Bandler)
- Patrick Lagerpusch

- 4. Mai
- 6 Min. Lesezeit

Eine innere Stimme, ein Geräusch im Außen, ein Geruch, ein Geschmack oder eine bestimmte Berührung.
Und schon passiert es.

Das Gedankenkarussell rennt los. Die Bilder der Vergangenheit kommen mit Macht nach vorne, als wäre alles erst gestern gewesen. Und mit ihnen, die Angst, die Schuldgefühle, die Scham…
Alles wegen eines Ereignisses, das schon Jahre oder vielleicht sogar Jahrzehnte zurück liegt. Auch mein Leben war so. Bevor ich mit eine Einsicht kam; die Einsicht in die unveränderbare Realität…
Mein Leben spielte sich in der Vergangenheit ab. Nicht täglich und doch immer wieder. In kleinen Momenten.
Ich war diesen Erinnerungen ausgeliefert. Hatte keine Chance, mich dagegen zur Wehr zur Setzten.
Natürlich war mir -im Verstand- völlig klar, dass meine Erinnerung diese Gefühle ausgelöst hat, ich bin ja schließlich nicht dumm!
Also handelte ich in der Besten meiner Möglichkeiten und betrachtete das Problem vom Intellekt aus.
Menschen sagen mir nach, ich sei recht schlau und könne meinen Verstand gut benutzen also hab ich das Problem analysiert.
Die Wahrheit ist, dass diese Erleben JAHRE her sind. Ich bin nicht mehr derselbe Mensch wie damals, das Mobbing in der Schule betrifft mich doch heute gar nicht mehr. Ich habe meine
Frieden damit gemacht. Karma wird das schon regeln und ich stehe heute im Leben und bin Herr meiner Entscheidungen. Außerdem hat mich das erlebte zu dem Mann gemacht, der ich heute bin...
All das stimmt.
Ungeachtet dessen habe ich mich schlecht gefühlt. War gereizt, verletzt und gekränkt, wenn die
Menschen im meinem Umfeld mir nicht den Platz zuteil werden ließen, der mir nunmal zusteht.
Mein Rat nicht gehört wurde, ich nicht zu einer Party eingeladen wurde, oder mir jemand
unerhörterweise widersprach und das, obwohl ich mit absoluter Sicherheit Recht hatte.
Und Recht hatte ich übrigens IMMER.
All das hat sich angefühlt wie früher; weil meine Gedanken exakt dieselben waren wie früher.
Also zog ich mich entweder zurück, oder (leider kam das weit häufiger vor) habe mich und meine
Haltung bis aufs Blut verteidigt. (Nicht das mich jemand aktiv angegriffen hätte)
Diese Verteidigung, die im Grunde ein Angriff war, hatte schlimme Folgen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich vielen Menschen dadurch sehr weh getan und sie verletzt.
Es gab da vor (Gott sei Dank) ewigen Zeiten eine Auseinandersetzung mit Antonia…
Um was es ging weiß ich ehrlicherweise gar nicht mehr; was in mir und in Antonia passiert ist, ist
viel bedeutender:
Ich habe vergessen, etwas zu erledigen; soweit so trivial.
Antonia hat mich darauf aufmerksam gemacht. Nichts dramatisches sollte man meinen.
Weit gefehlt! Ich habe mit äußerster Überzeugung behauptet, sie hätte mir das NIE gesagt.
In einem früheren Leben war es eine sehr gute Strategie, im Zweifel ALLES abzustreiten.
Wenn ich etwas zugegeben hätte, wäre es damals (lange vor Antonia) nämlich nicht einfach gut
gewesen.
Es wären stunden- und zu Teilen tagelange Auseinandersetzungen mit der sinnfreien Frage nach
dem „Warum hast du dieses oder jenes getan oder gelassen“ die unaufhaltsame Folge gewesen.
Also tat ich das, was ich in so einer Situation als beste meine Möglichkeiten trainiert habe.
Diese und ähnlich Streitigkeiten liefen immer nach demselben Muster ab:
„Willst du mich etwa für dumm verkaufen, ich weiß doch, was ich gehört habe und was du gesagt
hast!“ Oder:„Das kann doch nicht dein Ernst sein, dass du mir unterstellst, ich hätte das vergessen…. Wo ist denn dein Vertrauen?“
Ich wusste, dass ich gewinne! Das war das einzige Ziel!
Ich wollte gewinnen. Nicht erklären, nicht verstehen, einfach nur gewinnen. Um des Sieges Willen
Es ging nicht um Lösungen.
Antonia streitet nicht gerne; sie wurde ruhig, baute Brücken und lud mich ein, sie zu überqueren.
Ich habe jede einzelne gesprengt. Habe den Graben tiefer und tiefer gegraben. Ich kann und
werde keinen Fehler zugeben. Je ruhiger sie wurde, desto mehr stieg meine Wut. Jeder Schritt auf
mich zu machte mich noch rasender.
Das war für mich kein Entgegenkommen, es hat sich angefühlt, als würde sie mir etwas
absprechen: Meine Position, mein Recht, die Wahrheit.
Es hat sich angefühlt, als würde sie mir die Schuld geben.
💭Das wird nicht passieren.
Sie hat es ja noch nicht gesagt…
Alles außer „Du hast Recht, ich habe mich geirrt.“ war inakzeptabel.
Irgendwann war auch dieser Streit zu Ende… irgendwie.
Und dennoch. Da war keine Stille, sondern Leere. Diese Leere hatte nichts mit Lösung zu tun.
Ich hatte nur nichts mehr zu sagen.
Antonia saß da, war ruhig, gefasst, und weit weg.
Der Raum war noch derselbe und doch war es als hätte jemand etwas herausgetragen.
💭Das kann so nicht mehr weitergehen.
ICH will das so nicht mehr.
Und trotzdem passiert es immer und immer wieder.
Jedes mal denke ich mir: Heute wird es anders!
Und dann beginnt die Schleife wieder von vorne.
Wieder genau derselbe Moment.
Ich wusste genau, was passiert.
Ich konnte jeden Moment erklären.
Ich konnte exakt vorhersagen, wann was passiert.
Und trotzdem hat sich nichts geändert.
Genau das hat mich verwirrt: Ich konnte es genau sehen, ich konnte es genau benennen.
Ich bin nicht dumm! Ich war an einem Punkt, an dem ich kein Idee mehr hatte, wie es weitergehen
soll.
Und da hat sich etwas verschoben:
Nicht, weil ich auf einmal wusste, was zu tun ist.
Sondern weil ich gemerkt habe, dass das, was ich bis dahin gemacht habe nicht ausreicht.
Ich hatte keine Lösung mehr.
Das war neu.
Ich hatte keine Lösung, das war ungewohnt, weil mein Verstand bis dahin immer funktioniert hat
und es immer noch irgendeine Möglichkeit gab, weiterzudenken oder einen neuen Ansatz zu
finden.
Hier war nichts mehr.
Und genau an diesem Punkt habe ich gemerkt, dass ich mich auf etwas verlassen habe, das hier
nicht mehr greift.
Nicht weil es grundsätzlich falsch gewesen wäre, aber in dieser Situation hat es nicht mehr
getragen.
Diese Verschiebung war nicht schlagartig, und erst recht nicht vollständig.
Und doch ging es weit genug, um zu erkennen, dass Verstehen allein nicht ausreicht.
An diesem Punkt wurde für mich eine neue Dimension sichtbar. Eine, die weit über die Analyse
hinausgeht und auch nicht mit der Benennung und gar Bewunderung des Problems endet.
Und damit wurde mir dann auch etwas anderes klar:
Veränderung entsteht nicht da, wo ein Problem verstanden wird, sondern dort, wo sich der
Zugang zu dem was gerade passiert verändert.
Das war kein neuer Gedanke, keine bessere Erklärung.
Es ist die Möglichkeit, in dem Moment selbst anders zu reagieren, statt im Nachhinein lediglich zu
analysieren.
Und ich erkannte:
Veränderung beginnt da, wo wir den Zugang zu dem, was gerade geschieht wechseln.
Exakt hier bleiben viele stehen:
Man sieht es.
Man versteht es.
Man kann es benennen
Und dennoch verändert sich nichts
Nicht, weil es an Fähigkeiten fehlt. Sondern weil der Versuch weiterhin auf derselben Ebene
stattfindet, auf der das Problem überhaupt entstanden ist.
Und darin liegt die eigentliche Schwierigkeit.
Denn dieser Wechsel vollzieht sich nicht auf der Ebene des Gedankens.
Er entzieht sich der Herleitung, er lässt sich weder erzwingen noch durch weitere Klarheit
stabilisieren.
Er zeigt sich in einem Moment, der so unscheinbar ist, dass er lange unbemerkt bleibt: genau
dort, wo die gewohnte Reaktion bereits einsetzt und für einen Augenblick nicht in gewohnter
Weise fortgeführt wird.
Es ist kein Schritt im eigentlichen Sinne, keine bewusst getroffene Entscheidung.
Eher ein kaum wahrnehmbares Innehalten, in dem sich etwas verschiebt, noch bevor es zu einer
Handlung wird.
Und in diesem Zwischenraum wird etwas sichtbar, das zuvor durch die Geschwindigkeit der
eigenen Reaktion überdeckt war.
Und doch ist dieser Zwischenraum nicht das Ende, sondern der Anfang einer Verschiebung, die
sich erst im weiteren Verlauf zeigt.
Denn das Alte verschwindet nicht sofort..
Vielmehr entsteht eine Spannung zwischen dem, was bereits erkannt ist, und dem, was sich
dennoch weiterhin vollzieht.
In dieser Spannung entscheidet sich, ob aus einem kurzen Innehalten eine tatsächliche
Veränderung werden kann.
Hier beginnt die eigentliche Arbeit.
Nicht dort, wo ein Problem benannt wird
Nicht dort, wo ein Muster verstanden wird.
Sondern in dem Moment, in dem beides bereits sichtbar ist und dennoch weiterläuft.
An diesem Punkt entscheidet sich, ob jemand beginnt, anders zu reagieren,
oder ob er lediglich präziser erklären kann, warum er weiterhin gleich handelt.
Diese Unterscheidung ist nicht theoretisch.
Sie ist unmittelbar erlebbar in dem Augenblick, in dem die gewohnte Reaktion einsetzt.
Und damit stellt sich eine andere Frage.
Nicht mehr, ob man versteht, was passiert.
Sondern ob man in der Lage ist, in diesem Moment anders zu handeln, als es der eigenen
Gewohnheit entspricht.
Hier zeigt sich die Grenze dessen, was sich allein über Reflexion lösen lässt.
Denn solange der Moment selbst unverändert bleibt, bleibt auch die Reaktion dieselbe
unabhängig davon, wie klar sie im Nachhinein analysiert werden kann.
Genau an diesem Punkt setzt die Arbeit an, die im Coaching und in der Ausbildung erlebbar wird.
Nicht auf der Ebene des Verstehens.
Sondern dort, wo Verhalten tatsächlich entsteht
Vielleicht hast du dich beim Lesen an genau diesen Moment erinnert.
Diesen einen Punkt, an dem du genau weißt, was passiert –und trotzdem läuft alles wie immer.
Und genau hier trennt sich Verstehen von Veränderung.
Wenn du nicht länger nur erkennen willst, sondern wirklich etwas verändern möchtest, dann begleite ich dich dabei.
Im 1:1 Coaching arbeiten wir genau an diesen Momenten, dort, wo deine Reaktion entsteht.
Oder, wenn du tiefer gehen willst:
In der NLP-Ausbildung lernst du, diese Prozesse nicht nur bei dir selbst, sondern auch bei anderen nachhaltig zu verändern.
Der erste Schritt ist einfach:
Buche dir dein kostenloses Beratungsgespräch und wir schauen gemeinsam, was für dich der richtige dWeg ist.



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